Datenbasiertes Innenstadtmanagement:Praxisprojekt mit der Stadt Wismar

(Bildquelle: KI-generiert mit ChatGPT basierend auf Benutzervorgabe (OpenAI), 2026 )

Wie lassen sich Leerstände in der Wismarer Innenstadt frühzeitig erkennen, vorhandene Flächen gezielter nutzen und passende Unternehmen für einzelne Standorte gewinnen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Studierende der Wirtschaftsinformatik an der Hochschule Wismar im Wintersemester 2026/2027. Im Modul „Unternehmensmodelle und -architekturen“ entwickeln sie gemeinsam mit der Hansestadt Wismar und der Immovativ GmbH ein Konzept für ein datenbasiertes Leerstands-, Flächen- und Ansiedlungsmanagement.

Die Hansestadt Wismar verfügt bereits über unterschiedliche Informationen zu Immobilien, Flächen und deren Nutzung. Diese Daten liegen jedoch teilweise bei verschiedenen Stellen, werden unabhängig voneinander gepflegt und für unterschiedliche Aufgaben verwendet. Das erschwert eine gemeinsame Auswertung und die gezielte Planung neuer Nutzungen. Hier setzt unser Semesterprojekt an. Die Studierenden untersuchen, welche Daten bereits vorhanden sind, wie diese verarbeitet werden und welche organisatorischen und technischen Veränderungen für ein integriertes Management erforderlich sind.

Von der Bestandsaufnahme zum konkreten Innenstadtprojekt

Im ersten Schritt analysieren die Studierenden die bestehenden Strukturen und Abläufe der Stadtverwaltung. Anschließend untersuchen sie gemeinsam mit den Praxispartnern einen ausgewählten Bereich der Wismarer Innenstadt. Dabei betrachten sie unter anderem Leerstände, verfügbare Gewerbeflächen, bestehende Nutzungen, Branchenstrukturen und Besucherfrequenzen. Auf dieser Grundlage sollen konkrete Entwicklungspotenziale sichtbar werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem strategischen Ansiedlungsmanagement. Die Studierenden erarbeiten Kriterien, mit denen sich geeignete Unternehmen, Branchen und Nutzungskonzepte bestimmten Standorten zuordnen lassen. Gleichzeitig prüfen sie, wie sich vorhandene Daten durch zusätzliche Quellen, automatisierte Erhebungen und Schnittstellen zu Immobilienportalen ergänzen lassen.

Unternehmensmodellierung als Grundlage für Veränderungen

Methodisch arbeiten die Studierenden mit der Unternehmensmodellierungsmethode 4EM (For Enterprise Modeling). Sie erfassen die bestehende Situation in einem IST-Modell und entwickeln daraus ein zukünftiges SOLL-Modell. Dieses beschreibt, welche Akteure beteiligt sind, wer welche Aufgaben übernimmt, wie Prozesse ablaufen und welche IT-Systeme den Informationsaustausch unterstützen können.

Aus dem Vergleich beider Modelle leiten die Projektteams konkrete Handlungsempfehlungen ab. Sie bewerten, welche Maßnahmen kurzfristig umsetzbar sind und welche organisatorischen oder technischen Veränderungen eine längere Vorbereitung benötigen.

Zusammenarbeit mit zwei Praxispartnern

Das Projekt begleiten Kerry Zander vom Amt für nachhaltige Stadtentwicklung der Hansestadt Wismar und Stefan Müller-Schleipen von der Immovativ GmbH. Beide Praxispartner unterstützen die Studierenden mit fachlichen Informationen und praktischen Einblicken.

Als betreuender Professor ist mir besonders wichtig, dass die Studierenden ihre methodischen Kenntnisse an einer realen Aufgabenstellung anwenden. Sie müssen unterschiedliche Interessen berücksichtigen, bestehende Strukturen kritisch analysieren und ihre Vorschläge nachvollziehbar begründen.

Am Ende des Semesters soll ein integriertes Zielkonzept vorliegen, das der Hansestadt Wismar als Grundlage für die weitere Planung und eine mögliche Umsetzung eines datenbasierten Leerstands-, Flächen- und Ansiedlungsmanagements dienen kann.


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