Am 3. November 2025 wurden im Rahmen der Schweriner Wissenschaftswoche vier Schweriner Innovationspreise verliehen. Die Auszeichnungen wurden vom Verein Förderer von Hochschulen in Schwerin e. V. ausgelobt und von der Stadtwerke Schwerin GmbH gestiftet. Erfreulich ist, dass sämtliche Preise an Absolventinnen und Absolventen sowie eine Studentin der Hochschule Wismar vergeben wurden. Ziel der Ehrung ist die Würdigung wissenschaftlich herausragender Abschluss‑ und Projektarbeiten, die innovative Beiträge zu gesellschaftlich relevanten Themen leisten. Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern des Vereins der Förderer von Hochschulen in Schwerin, der Medical School Hamburg, der Hochschule der Bundesagentur für Arbeit, der Stadtwerke Schwerin und der Hochschule Wismar, würdigte die wissenschaftliche Exzellenz und die gesellschaftliche Relevanz der eingereichten Arbeiten. Die ausgezeichneten Projekte spiegeln die thematische Vielfalt der Forschung an der Hochschule Wismar wider – von digitaler Mobilität über Denkmalschutz bis hin zu nachhaltigen Energie‑ und Umweltstrategien. Die Schweriner Wissenschaftswoche fungiert seit über zwei Jahrzehnten als Forum, um aktuelle Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zu präsentieren und Impulse für nachhaltiges Handeln zu geben.
Ein Ansatz zur Verkehrsflussoptimierung und Parkplatzsteuerung in Tourismusregionen kommt aus der Wirtschaftsinformatik in Wismar
Herr Lars Emmerich, Absolvent des Fern‑Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik, entwickelte im Rahmen seiner Masterarbeit ein konzeptionelles Parkleitsystem. Der Arbeit liegt ein multidimensionales Methodendesign zugrunde, welches eine systematische Literaturrecherche, Expertinnen‑ und Experteninterviews, eine repräsentative Umfrage sowie Verkehrsdatenanalysen mittels Google‑Maps‑API miteinander kombiniert. Darüber hinaus erstellte er einen App-Prototypen, um die vorgeschlagenen Konzepte zu demonstrieren. Diese Arbeit zielt darauf ab, Verkehrsflüsse zu optimieren und die Parkplatznutzung in touristischen Regionen wie Sylt, Rügen oder Wismar effizienter zu gestalten. Die Ergebnisse könnten einen Beitrag zur CO₂‑Reduktion und zur Steigerung der Aufenthaltsqualität in Tourismusregionen bewirken. Die Auszeichnung der Masterarbeit unterstreicht die Aktualität und gesellschaftliche Bedeutung der Forschung im Bereich Digitalisierung der Mobilität.
Betreut und motiviert wurde die Arbeit von Prof. Dr.‑Ing. Matthias Wißotzki, er arbeitet schon seit 2022 an einer Technologie zur autonome Parkraumerfassung. Die prototypische Entwicklung einer intelligenten Parkplatzbewirtschaftung ist am Hochschulcampus Wismar installiert. Durch die Zusammenarbeit mit Unternehmen aus der Region und die Verknüpfung mit der Campus‑App strebt sein Projekt eine übertragbare Blaupause für smarte Mobilitätsservices an, die über den Prototypstatus hinaus in der Region Anwendung finden könnte.
Beantragtes Forschungsvorhaben “Autonomes Sensornetz zur Parkraumdatenerfassung”
Das an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Wismar angesiedelte Forschungsprojekt „Smart Parking & Besuchersteuerung“ von Professor Wißotzki verfolgt das Ziel, eine modulare Infrastruktur für intelligentes Parkplatzmanagement zu entwickeln. Gegenstand des Projekts ist die Evaluierung und Installation (semi‑)autonomer optischer Sensorik zur Erfassung der Parkflächenauslastung, kombiniert mit drahtlosen Netzwerktechnologien wie WLAN, LoRaWAN, 5G oder LTE. Auf Basis dieser Infrastruktur werden sowohl Echtzeitdaten zur Parkplatzverfügbarkeit (t₀) als auch prognostische Auslastungsinformationen (tₙ) generiert. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für die Entwicklung digitaler Dienste: Bereitstellung von Echtzeitinformationen zur Verfügbarkeit, Vorhersagen über künftige Belegungen, Integration von Informationen zu E‑Ladestationen und CarSharing‑Angeboten sowie die Bereitstellung dieser Services über eine API in bestehende Anwendungen wie Google Maps, Apple Karten oder Hochschulwebsite. Durch die Analyse typischer Belegungs- und Stoßzeiten entsteht eine Architektur aus IT‑Systemen, Daten und Kontexten, die situationsempfindliche Services für Studierende, Mitarbeitende und Gäste bereitstellen soll. Die Forschungsergebnisse sollen künftig auf weitere urbane Smart‑Mobility‑Anwendungen wie Tourismus oder Großveranstaltungen übertragen werden.



